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Fasching, Fastnacht, Karneval

Der Wunsch sich zu verkleiden – einen Tag in die Rolle eines Anderen zu schlüpfen ist so alt wie die Menschheit selbst – heutzutage sogar ein begehrenswerter Beruf.
In der Kindheit ist die Verkleidung und das Rollenspiel eine wichtige Voraussetzung, um später Toleranz, Einfühlungsvermögen und Verständnis für andere Handels- und Denkweisen entwickeln zu können.Das Verkleiden hat aber nicht nur eine psychologische Bedeutung.

Was hat es mit dem närrischen Treiben auf sich?
Wer weiß denn schon, warum wir uns jedes Jahr zum Narren machen und uns mit fremden Federn schmücken? Eine Theorie besagt, dass der Ursprung des Faschingsbrauches auf die heidnische Kultur zurückzuführen ist: man wollte mit fiesen Fratzen und lautem Gebrüll den Winter und böse Geister vertreiben. Mit Gesang, Spiel und Wein sollte die Ankunft des Frühling gefeiert werden. Närrisch war damals die Umkehr der Herrschaftlichen Verhältnisse – der Sklave wurde mit dem Herrscher gleichgestellt – sogar von ihm bewirtet.
Einzig: Belege für diese kleine Faschingsgeschichte kann die moderne Forschung nicht liefern und ordnet den Karneval dem Christentum zu.

Schon die Bezeichnungen Fasching, Fastnacht und Karneval deuten daraufhin, worum es eigentlich in diesen närrischen Tagen geht: Der Fasching stellt von jeher eine Art "Gegenwelt" zur christlichen Welt dar, in der bestehende Ordnungssysteme, Gesellschaftsregeln und Tabus von den Narren nicht eingehalten, überschritten oder aufgehoben werden. Der Narr" schlüpft durch Maske und Kostüm in eine „Haut", um derart seine geheimen Wünsche zu verwirklichen, Persönlichkeiten zu persiflieren oder menschliche Schwächen in übertriebener Darstellung aufzuzeigen.



Warum also der 11. November um 11 Uhr und 11 Minuten?
Die Elf gilt seit dem Mittelalter als närrische Zahl.  Sie hat ihren Ursprung in der christlichen Lehre der katholischen Kirche: Sie ist um eins größer als die Zehn Gebote und um eins kleiner als die Zahl der Jünger von Jesus.

Tatsächlich ist es der Tag des Erwachens der Faschingsnarren ihre Vorbereitung für die verschiedenen Veranstaltungen während der Faschingszeit zu treffen. Die Zahl 11 hat ihren Ursprung in der christlichen Lehre der katholischen Kirche: 11 wird als Sinnbild der Sünde verstanden, denn sie überschreitet die Zehnerzahl und somit die 10 Gebote Gottes. Der 11. November wird auch als „kleine Fastnacht“ bezeichnet.

Die eigentliche Fastnacht dauert sechs Tage. Sie beginnt am Donnerstag vor dem Karnevalssonntag und heißt im allemannischen Raum (Südwesten Deutschlands und Teile der Schweiz) „gumpiger, schmotziger“ Donnerstag, im rheinischen „Weiberfastnacht“ und endet am Faschingsdienstag.
 
An diesen Tagen finden in vielen Städten Umzüge mit Festwagen und karnevalistischen Veranstaltungen statt, bei denen die Akteure oft aufwendige Karnevalskostüme tragen.

Ursprünglich war es nur der Abend vor Aschermittwoch, die "Fastnacht", die mit
einem großen Festessen begangen wurde. Das große Fressen, vor dem großen Fasten.
Es folgt der Aschermittwoch, der erste Tag der großen Fastenzeit. Die Zeit des richtigen Faschings liegt demnach zwischen dem heiligen Dreikönigstag und Aschermittwoch.


In Österreich wird der Fasching in Form von Gschnasen und Umzügen gefeiert, vielerorts gibt es Faschingssitzungen. Eine der größten und bekanntesten findet in Villach statt.